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Amelie hat beim Berlin-Marathon am 15.09.2018 zum allerersten Mal die 42.195m absolviert. Über ihre Erfahrungen und Eindrücke könnt ihr im folgenden Bericht lesen.

Möchtest du an dem Marathon-Projekt teilnehmen und im September den Berlin Marathon fahren? Diese Frage wurde mir Anfang des Jahres im Februar gestellt und ich konnte sie ohne zu zögern mit „Ja“ beantworten. Ich hatte schon länger den Wunsch einmal einen Marathon zu fahren und dieses Projekt war die perfekte Gelegenheit, da ich mich als „Neuling“ durch die Hilfe meines Mentors, Kalle, nicht um die Organisation kümmern musste, wie beispielsweise die Anmeldung. Außerdem konnte ich mich darauf verlassen, egal in welcher Zeit ich den Marathon absolvieren würde, dass ich einen Ansprechpartner haben würde, der die Strecke kennt, mein Können einschätzen und mich sicher ins Ziel bringen kann. All diese Aspekte haben mich dazu bewogen, mir das Ziel zu setzen in Berlin den Marathon zu skaten.

Auch wenn zu Beginn das Rennen noch in weiter Ferne lag, hatte ich dennoch manchmal Zweifel, ob ich tatsächlich in diesen sechs Monaten von 0 auf 42,195 km kommen würde. Diese Leistung habe ich letztendlich besonders den Trainern des Post SVs zu verdanken, da ich mich durch die zahlreichen Trainingseinheiten gut vorbereiten konnte, obwohl durch die Schule und andere Hobbies die Zeit oft knapp war. Außerdem waren gerade die abwechslungsreichen Trainingsmöglichkeiten für mich sehr hilfreich. Zum einen ist die richtige Technik das A und O, welche ich jeden Samstagvormittag in der Halle üben und durch das Feedback der Trainer, insbesondere Nicola, verbessern konnte. Natürlich darf die Kondition für eine so lange Strecke auch nicht fehlen, weshalb die Möglichkeit bestand Montagabends im Rahmen eines Ausdauer- und Krafttraining fit zu werden. Damit man sich an die Bedingungen gewöhnen konnte draußen auf Asphalt zu fahren, wurden regelmäßig Ausfahrten organisiert. Besonders am Anfang fiel es mir schwer im Zug bzw. draußen zu fahren, da doch ab und zu mal Dreck auf der Strecke lag und man auf viele andere Dinge achten musste. Trotzdem war es für mich mit das beste Training, da ich mich so während des Marathons relativ sicher fühlte und auch bei unbekannten Situationen entsprechend reagieren konnte. Des Weiteren darf natürlich der Spaß nie fehlen und bei den Ausfahrten bin ich ins Gespräch mit anderen erfahreneren Mitgliedern gekommen, sodass sie mir Tipps geben konnten, oder einfach erzählt haben was für ein tolles Erlebnis mich erwartet. So viel zur Vorbereitung.

Obwohl das Ziel zu Beginn weit in der Ferne lag, stand das lang ersehnte Wochenende plötzlich vor der Tür. Mit dem Kopf war ich eigentlich noch in den Ferien, aber es standen nur noch ein/ zwei Trainingseinheiten an und dann sollte es auch schon losgehen. Als es dann an dem Freitagvormittag losging, war nicht nur die Anspannung vor dem Marathon da, sondern auch die Vorfreude groß, auf ein tolles Wochenende mit den anderen aus dem Verein. Die Zugfahrt nach Berlin ging schnell vorbei und kaum waren wir in der Unterkunft angekommen, da hieß es auch schon: losgehen und die Startunterlagen abholen. Auf dem alten Gelände des Flughafens Tempelhof ist mir als erstes die Masse an Menschen aufgefallen, welche aus allen Teilen der Welt kamen. Erst dort wurde mir bewusst, was für ein riesen Event der Berlin-Marathon eigentlich ist. Ein schöner Abschluss des Tages war dann das gemeinsame Essen, welches natürlich nicht allzu lang dauerte, da alle am nächsten Tag fit sein wollten.

20180915 BerlinAmelie2An dem großen Tag selbst war morgens noch etwas Zeit für eine kurze Erkundungstour durch Berlin mit meiner Familie. Danach musste ich mich auch schon für den Marathon fertig machen. Früh genug sind wir alle in Richtung Reichstag aufgebrochen, um ein gemeinsames Foto zu machen. Besonders schön und ermutigend fand ich die Motivationsansprache in der ganzen Gruppe und natürlich die Zusprüche der einzelnen Mitglieder. Bei dem Einfahren ist man allen Mitstreitern begegnet, aus verschieden Nationen, Altersklassen und sowohl Sprintern, als auch Freizeit-Fahrern. Es war schön zu sehen, dass das Inline-Skaten so viele Menschen miteinander verbindet. Während sich alle nach und nach in den Startblöcken einfanden, stieg die Nervosität dennoch an. Ich war froh in diesem Moment mehrere Leute um mich zu haben, die mir gut zu sprachen und mir versicherten, dass ich ganz viel Spaß haben würde. Dann war es auch schon so weit, dass die weltbesten Inline-Skater an den Start mussten und mit ihnen fieberten wir alle zu den Tönen des Songs „Hells Bells“ mit. Dieser „Gänsehautmoment“ hielt noch nach dem ersten Startschuss an, bis zu unserem Start. Die Nerven wurden ordentlich auf die Probe gestellt, da unser Block als letztes startete. Das Gefühl, nachdem endlich der Startschuss ertönte, war sehr überwältigend, da uns so viele Menschen anfeuerten und es kein Zurück mehr gab. Auch während des Marathons war es sehr schön, dass wir von so vielen Zuschauern unterstützt wurden, weil das eine unglaubliche Atmosphäre schuf. Außerdem war es ein unbeschreibliches Gefühl, als wir gemeinsam als Team die letzten Meter durch das Brandenburger Tor ins Ziel fuhren und die Medaille in Empfang nahmen. Nachdem wir an dem Treffpunkt unseres Vereins eingetrudelten, wurde ich von vielen beglückwünscht und freudig in die Arme geschlossen, was meine Euphorie, so weit es überhaupt möglich war, noch gesteigerte. Auf die Frage, wie es gelaufen ist und wie ich den Marathon fand, reichte meist mein Grinsen, was ich so schnell nicht los wurde, schon aus.

Zurück in unserer Unterkunft wurde wieder gemeinsam gegessen und der erfolgreiche Tag gefeiert. Dieser Abend war natürlich nicht so schnell beendet wie der Vorherige, aber dennoch waren wir am Sonntag wieder früh auf den Beinen, da wir noch die Marathon Läufer angefeuert haben. Schließlich haben wir es genauso genossen angefeuert zu werden. Anschließend war dieses schöne Wochenende auch wieder so gut wie vorbei, da die Rückfahrt anstand. Diese verlief etwas ruhiger als die Hinfahrt, da die meisten noch den Erlebnissen des vergangenen Tages nachhingen.

Jetzt nach diesem Erlebnis steht für mich fest, dass ich auf jeden Fall weiterhin an solchen Events teilnehmen möchte und ich immer mit Freude auf diesen Marathon zurückblicken werde, da sich die Mühen definitiv gelohnt haben.

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