20170629 ChronikLeMansUnd heute geht es dann auch wirklich los. Nach rund 10 Monaten Vorbereitung geht es gleich zum gemeinsamen Start in das Abenteuer Le Mans 2017.

Zeit für einen letzten Rückblick auf die vergangenen beiden Jahre.

Aus den 2 Teams aus Münster und Gelsenkirchen von 2014 wurde inzwischen eine Mannschaft, die Starter aus Münster inzwischen fast ausnahmslos in Blauroter Post SV-Kluft unterwegs, in die Familie aufgenommen und nicht mehr hergegeben. In diesem Jahr wieder 3 Teams unterwegs, aber diesmal eine Neuerung: anstelle der üblichen 9 bis 10 Starter pro Team versuchen sich 6 mutige Postler in einer anderen Kategorie: „Endurance“ heißt das Abenteuer. Dadurch wird natürlich die Frequenz höher, die Runden mehr, die Anstrengung größer. Und die Leistung phänomenal!

Auch phänomenal, eine Meisterleistung: Unser „Departement Ösiland“ stellte mit Bergfex Bernie einen Solostarter. 24 Stunden alleine, natürlich auch mit kurzen Pausen, aber so ganz zur Ruhe kommt man ja selbst im 10er-Team schon nicht. Dabei schien Teilnehmern wie Supportern die gesamte Zeit die Sonne auf die Stirn. Bei Temperaturen um die 30°C am Tag wurden die Wasservorräte an ihre Grenzen gebracht, bei den Wegen vom Lager zur Box immer diverse Flaschen Wasser im Gepäck. 24 Stunden und sturzfreie 2000 Kilometer später konnten sich alle beteiligten über grandiose Ergebnisse freuen, die Feier im Anschluss des Rennens war dann aber doch gemütlicher Natur. Und ein gewisser Herr H. aus G. ließ es sich nicht nehmen, seinen Teamkäpt’n, der erschöpft im Campingstuhl eingeschlafen war, mit einer Wasserdusche zu überraschen.

 

Und dann das letzte Jahr, ein Jahr voller Neuerungen, Erfahrungen und Ergebnissen nicht von dieser Welt.

So starteten 2015 ganze 4 Teams, 2 Gruppen mit 9 und 10 Helden sowie 2 6er-Mannschaften über die 24 Stunden von Le Mans. Damit erreichte das Team des Post SV Buer mit zusätzlich Bernie als Solofahrer und 11 Supportern nun wirklich die Grenze von Bus und neuem Gruppenzelt, das mit 70m² Ausmaße größer als manche Wohnung erreichte. Und noch eine weitere Herausforderung kam auf das eingespielte Team hinzu: Im Vorfeld hatte Yann Guyader, mehrfacher Welt-, Europa- und Olympiasieger, mit seinem Duo-Partner Martin Hänggi ein unterstützendes Team zur Zeitnahme gesucht. Gesagt, getan, nahmen die Postler die Herausforderung und Erfahrung an und konnten Spitzensport in der eigenen Wechselbox erleben.

Unterstützt wurde das Team dabei von einer Revolution in der Zeitnahme. Wurden vorher die Zeiten noch von Hand gestoppt und schriftlich festgehalten, so hatte Philipp im Vorfeld in Eigeninitiative eine App programmiert, die es erlaubte mithilfe von 2 Tablets die Rundenzeiten festzuhalten. Aber damit nicht genug: Auch in der Box wurde die aktuelle Zeit angezeigt, sodass man insbesondere nachts noch eine Minute länger unter der warmen Decke verbringen konnte, da das System auch die voraussichtliche Ankunftszeit mit anzeigte. Selbst im Zeltlager konnte über ein Liveticker das aktuelle Renngeschehen nachverfolgt werden.

Die guten Ergebnisse des Vorjahres hatten das 6er-Speed-Team angespornt und so wollten „unsere Jungs“ im letzten Jahr unter die schnellsten 10 in Ihrer Kategorie fahren. In einer Konkurrenz mit Werksteams und Nationalmannschaften. Die Skates rollten über den Asphalt, schneller als je zuvor und am Morgen hatte sich das Team bereits bis auf Platz sechs (von 84) vorgekämpft, die zu diesem Zeitpunkt Fünftplatzierten nur zwei Runden voraus. Und so wurden ungeahnte Kräfte mobilisiert und bereits zwei Stunden später war ein „ich glaube, ich habe sie gerade überholt“ in der Garage zu hören – das Klassement bestätigte die Vermutung. Und diesen Platz konnten die 6 auch halten, Platz 19 als gesamterstes Vereinsteam, der größte Erfolg der Vereinsgeschichte.

 

 

Le Mans lässt uns träumen. Le Mans lässt uns nicht schlafen, lässt uns gemeinsam lachen, Tränen verdrücken, Zeiten der Anspannung und der Freude. Le Mans ist ein ganz besonderes Fieber, das du nicht mehr loswirst, wenn du einmal dabei warst.

Um Mitternacht werden wieder rund 40 Sportler und Helfer in einem Bus gemeinsam ihren Weg nach Frankreich antreten. Wir werden uns die Nase an der Scheibe platt drücken, wenn wir den Dunlop-Bogen das erste mal wieder sehen. Wir werden zu den Klängen von Carmina Burana am Samstag um 16 Uhr an der Strecke stehen und Zittern vor Vorfreude. Und wir werden uns weinend in den Armen liegen, wenn nach 24 Stunden alles viel zu schnell vorbei ist.

 

Auf die nächsten 10 Jahre.

Die Inlineabteilung wird unterstützt von:
regiodot GmbH & Co.KG
Zum Seitenanfang