LeMans TeamWieder einmal machen sich über 38 sportverrückte in blauen Trikots auf nach Frankreich um den Motorrädern, Fahrrädern und vor allem Autos welche sonst auf dem Circuit de Bugatti (in LeMans – Frankreich) ihre Runden drehen, zu zeigen, dass man auch mit kleinen Rollen und Rädern viel erreichen kann.

Donnerstag den 28.06.2018, 19:35,51°36'52.7"N 7°04'23.2"E. Ein schönes Bild zeigt sich dem Betrachter von außen: Menschen aus so vielen verschiedenen Ecken Deutschlands… nein Europas liegen sich in den Armen und freuen sich wieder vereint zu sein. Dieses Bild soll sich in den nächsten 96 Stunden noch einige Male wiederholen und das zurecht, denn es ist absolut nicht selbstverständlich, dass so grundverschiedene Menschen nur aufgrund eines Hobbies über 4 Tage zu einer solch harmonischen Familie zusammenfinden, wie Familienvater Kalle Jerzynka jedes Jahr wieder betont…

Nach einer 12 Stunden langen Busfahrt ist jeder von uns froh sich wieder bewegen zu können und diesen Drang nutzt man, um in Rekordzeit, dass riesige Mannschaftszelt aufzubauen, welches in den nächsten Tagen Küche, Gemeinschaftsraum, Esszimmer und Ort des einen oder anderen Nickerchens für die knapp 40 Post SVler werden soll. Die drei Kühlschränke sind mit geübten Handgriffen hölzern fundamentiert und stehen wie die über 13 Festzelttische und -bänke sicher auf dem Grund des Campingplatzes nebst der Rennstrecke „Circuit de Bugatti“. Nachdem diese Arbeit getan ist, macht man sich gemeinsam daran sein eigenes Stangengewirr in ein Zelt zu verwandeln, nur um dabei immer wieder neidisch auf die schnellentfalteten Wurfzelte zu blicken, dessen Besitzer sich nun daran machen den anderen zu helfen.

Nach gemeinsamen Grillen liefern sich bei mir Schlafmangel und Aufregung noch einige Minuten den Kampf ums Einschlafen, doch den nächsten Morgen bin ich trotz leichter Erkältung fit und fiebere dem kommenden Tag entgegen. Checkliste bis Start um 16 Uhr: Parade, Teameinteilung, Qualifikationssprint und Boxvorbereitung…

Startschuss: 4 barfüßige Post SVler quer der Strecke auf ihre Skates zu, beobachtet von unserem verrückten Österreicher Solo Fahrer (bergflexxender Buer Bernie), welcher entspannt lächelnd auf seinen Startschuss wartet. Zwei Runden heißt es nun für unsere Startläufer zu absolvieren, bis sie das erste Mal den Staffelstab weiterreichen dürfen. Viel passiert in den folgenden Stunden und in der ersten Box neben der Haupttribüne ist ständig Leben: Es wird Erlebtes der letzten Runde ausgetauscht und versucht sich optimal zu erholen bis der Timer auf unserem rundenzeitanzeigenden Flachbildfernseher wieder auf Gelb springt. Damit man sich auf macht (hoffentlich mit Transponder am Knöchel) Richtung Strecke, um dort den schweißnassen Teamkollegen abzulösen, welcher einem hechelnd den Stab in die Hand drückt und dir mit einem letzten Schnaufer noch ein wenig seiner Geschwindigkeit spendiert. In der Box weist jeder jeden immer wieder darauf hin, genug zu trinken (bei 34° im Schatten und 50° Unterhitze wirklich berechtigt). Die Zeit fliegt und kriecht (gleichzeitig), je nachdem, ob man gerade Pause hat oder auf seine Ablösung wartet. Im Nachhinein bin ich immer froh, dass man diesen Tag (diese 24 Stunden) maximal auskostet und kaum etwas verschläft, selbst wenn ich das auf meinem Weg zur Schicht morgens um halb 5 nach sehr knappen zwei Stunden Schlaf vermutlich anders gesehen habe. Aber spätestens beim Erblicken des Sonnenaufgangs von Frankreichs gefühlt höchstem Berg LE DÜNLÖP, sind diese Gedanken verflogen.

Über die Zeit scheint es immer klarer zu werden, dass wir als 6er Team es schaffen werden, die verrückten Visionen des Vorjahres zu bewahrheiten und Platz drei ins unsrer Kategorie holen werden. Man erntet nach jeder weiteren Runde Vorsprung, welche man sich erarbeitet noch mehr ungläubiges verrükterklärendes Kopfschütteln, welches sonst immer Bernie vorbehalten war. Man macht uns Mut und unterstützt in jeder erdenklichen Form; schickt Leute mitten in der Nacht auf die Jagd nach Unterwäsche und karrt Literweise Flüssigkeit durch die Gegend. Es sind eine Vielzahl von Faktoren, die dafür sorgen, dass wir 6 Verrückten am Ende dieser 24 Stunden oben auf dem Podest stehen aber die Vielzahl an anderen Verrückten, die sich um uns gekümmert haben sind mit Sicherheit einer der größten. Die erste Siegerehrung, die das Post SV- Team mitmacht, um danach zu wissen, warum man bis jetzt noch nicht da war. Dennoch entstehen wilde Pläne, mit nur einer Runde Pokale abzustauben (Ob es wohl auffällt, dass man gar kein Longboard besitzt, auch wenn man in der Kategorie gerade auf dem Treppchen stand?).

Ein wildes Gehupe und der sonst so belebte Campingplatz ist von jetzt auf gleich erstaunlich ausgestorben, doch diesem Stress verfallen wir nicht, unsere Gedanken handeln eher davon, ob man eher vier oder doch gleich fünf Würste von einem der drei Grills klaut, um den Akku wieder aufzuladen, welchen man in den letzten Stunden so erfolgreich tiefenentladen hat.

Den nächsten morgen allerdings heißt es früh aufstehen, um dem nahenden Regen wegzufahren. Die letzten Tropfen Wasser und Verpflegung für die Rückfahrt schaffen es dieses Jahr unbeschadet in den Bus und nach Hause geht die Post… Im Bus gibt es dann Diskussionen und jeder erzählt alles, nur zwei Themen sind tabu, das erste Tabu bricht am Ende ausgerechnet der Busfahrer: „Kurzurlaub vorbei jetzt aber nächstes Jahr noch eine Treppchen höher“.
Das zweite breche ich jetzt: Nur noch knapp 360 Tage bis LeMans 2019 *-*

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